Rückblick auf das Symposium „Geld als Denkform“

Vom 8. bis zum 10. Mai fand im Ratssaal und den Räumlichkeiten der Hochschule das Symposium „Geld als Denkform“ an der Cusanus Hochschule statt.

Neben zahlreichen Experten zum Thema ‚Geld‘ aus den verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen nahmen auch Gäste sowie externe und Studierende der Cusanus Hochschule an der Veranstatung teil. Zusammen spürten sie den mentalen Spuren des Geldverkehrs in Wissenschaften, Philosophie und Alltagswahrnehmung nach.
Mit einem Vortrag zum Geld als Denkform eröffnete Prof. Dr. Karl-Heinz Brodbeck die Tagung – gefolgt von Prof. Dr. Carsten Hermann-Pillath, der eine Brücke aufwies zwischen der Philosophie des Geldes von Georg Simmel und moderner, nicht reduktionistischer Neuroforschung. In die Welt der griechischen Tragödie führte Prof. Dr. Richard Seaford am Samstag, um auf das gleichzeitige Auftreten der ersten Monetarisierungswelle und des sich als getrennt von Göttern und Mitmenschen wahrnehmenden Subjekts in der Tragödie hinzuweisen. Frau Dr. Annika Schlitte vertiefte dieses Thema durch einen Beitrag zur  Philosophie der Gabe und Reziprozität. Prof. Dr. Walter Ötsch zeigte Parallelen zwischen Monetarisierung in der Renaissance und den neuen Kategorien linearer Zeit und des absoluten Raumes in der kulturgeschichtlichen Entwicklung von der Renaissance zur Moderne auf und machte deutlich, wie sich dadurch der sozioökonomische Denkhorizont der Moderne kontinuierlich verengte. Dr. Eske Bockelmann schloss daran seine These des Wandels vom Rhythmus zum Takt der frühen Neuzeit. Hans Wagenmann wagte ein analoges Phänomen in Bewegungen erlebbar zu machen. Prof. Dr. Harald Schwaetzer zeigte anhand der Diskussion in Malerei und Philosophie des 15. Jahrhunderts, welche kulturellen Entwicklungsalternativen im offenen Raum der frühen Neuzeit lebten. Einen Gesamtüberblick entlang der Kategorien des Bewussten und Unbewussten inspiriert durch japanische Philosophie leistete Frau Prof. Dr. Silja Graupe. Den besonderen Charakter der Tagung machte die Mischung aus Diskussion und Gespräch aus. Die Beiträge erfahrener Forscher wurden von den Teilnehmern dankbar angenommen und jeweils kurz, mitunter scharf diskutiert.
In anschließenden offenen Phasen gelang es gemeinsame Fragen und Ausgangspunkte zu schärfen um neue Fragen an eine Lebenspraxis zu formen. Der gemeinschaftliche Charakter und die vielen helfenden Hände waren deutlich spürbar und machten die Tagung zu einem besonderen Erlebnis von Bildung in Gemeinschaft.

Es wird eine Veröffentlichung beim Metropolis Verlag in der Reihe Kritische Studien zu Markt und Gesellschaft.

Florian Rommel
Cusanus Studierendengemeinschaft e.V.