M.A. Philosophie

Der Master-Studiengang „Philosophie: Konzepte des Geistes“ möchte einen reflektierten und wissenschaftlichen Zugang zu den vielfältigen (historischen) Formen von Spiritualität bieten, und bezieht dabei auch außereuropäische Kulturen mit ein. Seine Ziele sind dabei ein professioneller Umgang mit Spiritualität als einer Wissenschaft des Transzendenten und als einer Philosophie des inneren Lebens, sowie eine Öffnung des Wissenschaftsbetriebs für die Erforschung der Fragen des Geistes. Dessen Erscheinungsformen und Wirkungsweisen umfassen im Themenspektrum des Studiengangs Felder ausgewählter philosophischer Ansätze und Weisheitslehren sowie Fragen der Theologie und der Mystik, die in ihrer historischen Genese, aus kritisch-philosophischer Distanz, von der Antike bis in die Gegenwart verfolgt und verglichen werden, um so ihre Bedeutung für die heutige Welt zu erörtern. Es geht dabei um eine Analyse der Methoden geistig-seelischer Entwicklungswege, die auch jenseits dezidiert spiritueller Erkenntnisprozesse anhand künstlerischer Ausdrucksformen oder (sozio-)kultureller Phänomene untersucht werden.

Transzendenz umfasst sämtliche Felder der verschiedenen Lebenswirklichkeiten des Menschen: Natur, Wissenschaft, Kunst, Kultur, Religion, Metaphysik, Sozialität. Dieser seelisch-geistigen Dimension des menschlichen Lebens, unter deren mangelnder Beachtung der Mensch unserer Zeit inzwischen mehr als offensichtlich leidet, möchte sich der Studiengang verstärkt widmen. Daher stellt er den Menschen und seine Persönlichkeit in den Mittelpunkt des Studiums.
An dieser Stelle scheint ein wesentlicher Aspekt des Studiengangs auf – und auch seine methodische Besonderheit, da dieses grundlegende Kriterium im herkömmlichen Lehrbetrieb häufig ausgeschlossen bleibt: Die Rückbeziehung auf den Menschen und seine Bedingungen als Maßgabe seiner Untersuchungsmöglichkeiten und seines Weltverstehens. Dies geschieht an der Cusanus Hochschule über eine fachliche und historische Auseinandersetzung hinaus, auf der ganz persönlichen Ebene des individuellen Studierenden.

Anders als in akademischen Kontexten, die auf Massen-Studium und auf Konsumierbarkeit von Bildung hin orientiert sind, macht der Philosophie-Master an der Cusanus Hochschule auch vor persönlichen Fragen jenseits objektiv historisierender Wissenschaftlichkeit nicht Halt, ohne dabei „schwammig“ oder unprofessionell zu werden. Sondern im Gegenteil, erscheint diese Reflexion des persönlichen Standpunkts als Maßgabe und Grenze der eigenen Forschungstätigkeit.
Die aus der eigenen Lebenspraxis erwachsenen Fragen und Erfahrungen und die theoretische Betrachtung des Studiums dürfen sich hier wechselseitig durchdringen und gegenseitig befruchten. Ganz im Sinne des Schlagwortes einer „Philosophie als existentielle Geisteswissenschaft“ fördert diese Art der Auseinandersetzung die Entwicklung einer engagierten, experimentierfreudigen und erfahrungsbezogenen Wissenschaft. Studieren an der Cusanus Hochschule traut sich, eigene Antworten auf drängende Fragen zu suchen, und dadurch jenseits erstarrter akademischer Strukturen, Voraussetzungen von Wissenschaftlichkeit neu zu befragen, Grenzen des Erkennens offenzulegen und in einem nächsten Schritt, produktiv mit diesen umzugehen, um neue Horizonte aufzuzeigen und bestehende Forschungsansätze zu erweitern.

Ein besonders attraktiver Aspekt des Master-Studiums ist daher die Verknüpfung von fachlichen Inhalten und dem lebendigen Bezug zur eigenen Lebenspraxis. Die studia humanitatis-Reihe, die Praxis-Reflexion sowie das Forschungsprojekt eröffnen dem Studierenden genau diesen eigenen Raum. Selbst gesetzte Fragen können hier über einen längeren Zeitraum erfahren und befragt werden. Dies ist ein sehr lebendiges Studium, das sich als ein Bildungsprozess versteht, und nicht allein Bücherwissen vermitteln möchte, sondern den Studierenden selbst an den Denkinhalten existentiell beteiligt, und dann in die Praxis führt. Wie lassen sich die abstrakten Fragen des Studiums in der Wirklichkeit auszudrücken? Das eigene Denken zu erforschen und es als die Grundlage unseres Handelns bewusst werden zu lassen, bildet hierfür die Voraussetzung. Es ist dieser Reifungsprozess, der uns Studierende befähigt, immer mehr Verantwortung für uns selbst und unser Wirken in der Welt zu tragen. Auch die Gestaltung der Hochschule in ihren Aufbaustadien bietet hierfür ein Experimentierfeld.

Unterstützt durch kleine Seminar-Gruppen, in der die Studierenden beim gemeinsamen Gang durch das Curriculum über zwei Jahre miteinander wachsen, sowie durch den intensiven, dialogische  Austausch mit den Lehrenden, findet eine tiefgründige Auseinandersetzung mit den Inhalten statt. Die Studierenden können eigene Impulse in den Seminaren setzen, thematisch mitbestimmen und Unterrichtsformen eigenständig  gestalten. In diesen individuellen und gemeinschaftlichen Gestaltungsprozessen wird an der Cusanus Hochschule eine Verbindung von Wissenschaft und Bildungsarbeit erstrebt, die in der deutschen Hochschullandschaft wohl einzigartig ist.

So keimt im idyllischen Bernkastel-Kues ein von diesem innovativen Geist getragener Bildungsort auf, der kritischen und selbst-bestimmten Persönlichkeiten den Freiraum bietet, sich der drängenden geistigen und gesellschaftlichen Fragen anzunehmen und kreative Lösungen auf diese zu finden. Dies ist schließlich das, was Philosophie – nicht als staubige Fachsimpelei, sondern im Wortsinn als Liebe zur Weisheit verstanden – sich seit jeher zur Aufgabe gesetzt hat: dem Menschen eine Reflexion seines Wesens und seines Handels zu eröffnen.

Wenn Sie mehr wissen wollen: Der Artikel eines Studierenden über das Phänomenologie-Seminar im Sommer 2015 liefert einen ersten Einblick in das Studienleben in Kues.

Näheres über den Studiengang können Sie der Seite der Cusanus Hochschule bzw. dem Flyer des Studiengangs entnehmen.