M.A. Ökonomie

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Der Pionierjahrgang

Hier findest du einführende Informationen über den Masterstudiengang „Ökonomie“ (mit den Schwerpunkten „Wirtschaftsgestaltung“ und „Gesellschaftsgestaltung“). Näheres kannst du den entsprechenden Seiten der Cusanus Hochschule bzw. dem Flyer des Studiengangs entnehmen.

Wer sich heute in einen volkswirtschaftlichen Studiengang einschreibt, den erwartet nicht ein Studium der ‚Ökonomie‘, sondern eines der ‚Ökonomik‘. Darin wird eine abstrakt-mathematische Denkmethode trainiert, die in Anlehnung an die Naturwissenschaften im ausgehenden 19. Jahrhundert entwickelt wurde und heute nahezu jedes Lehrbuch des Fachs bestimmt. Über den Ausbau und die Reproduktion dieser Methode hat die Volkswirtschaftslehre im 20. Jahrhundert sukzessive verlernt, über sich selbst nachzudenken.

In unserem Master möchten wir wieder ein denkerisches Selbstbewusstsein kultivieren. Wir tun dies, indem wir uns ökonomischer Wirklichkeit zuwenden – in ihrer Genese und vieldimensionalen Gegenwart. Wir wollen verstehen, in welcher Realität wir leben, an welchen Stellen sie von Ökonomie durchdrungen ist und wie wir sie verantwortet (um)gestalten können. Ökonomische Bildung muss zu diesen denkerischen wie gestalterischen Vermögen befähigen.

Die Geschichte und Gegenwart ökonomischer Phänomene ist immer aufs Engste mit der Entwicklung von Ideen über ‚Wirtschaft‘ verknüpft. Die Ideengeschichte der Ökonomie und Wirtschaftsgeschichte denken wir vor diesem Hintergrund systematisch zusammen. Im ersten Semester verfolgen wir so die Bedeutung und soziale Realität des Begriffs ‚Ökonomie‘ über die Jahrhunderte hinweg bis in unsere Zeit. Wir untersuchen in diesem Zusammenhang auch, wie sich ökonomisches Denken spätestens im 20. Jahrhundert Bahn gebrochen und zur sukzessiven Umgestaltung unserer sozial-ökologischen Mitwelt geführt hat.

Wenn dieser Einfluss modernen ökonomischen Denkens mit der Krisenhaftigkeit heutiger Ökonomien, mit dem Leiden von Mensch und Natur in wechselseitiger Verbindung steht, dann braucht deren Überwindung ein Umdenken, oder gar neues ökonomisches Denken. Im zweiten Semester schöpfen wir aus einer philosophischen, interdisziplinären und heterodox-ökonomischen Denkvielfalt, um uns mögliche Grundlagen und Wege eines Umdenkens zu erarbeiten. Im dritten Semester versuchen wir dann, diese Reflexionen in eine Umsetzung münden zu lassen – entsprechend der Schwerpunkte des Masters als ‚Gesellschaftsgestaltung‘ oder als ‚Wirtschaftsgestaltung‘.

Begleitet und abgeschlossen wird dieser Bildungsprozess von einem selbstgewählten Forschungsprojekt, das die Möglichkeit bietet, sich vertieft mit individuellen oder gemeinschaftlichen Fragen auseinander zu setzen. Auch auf diesem Wege kann die Kultur scheinbar endgültiger Antworten und deren Folgen fragwürdig und kreative Potentiale für eine gemeinsame Ökonomie von morgen fruchtbar gemacht werden.