Forschungsprojekte

Die Cusanus Forschungsprojekte stellen einen Teil des Masterstudiums dar. Jede_r Studierende ist aufgefordert, eine eigene Forschungsfrage zu entwickeln und diese im Laufe des Studiums zu bearbeiten.

Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht (im Aufbau) über die bestehenden Forschungsprojekte.

Planspiel „Zukunftsräume denken“ – Julia

??????????????????????????????? Julia entwickelt ein Planspiel, in dem die Teilnehmer in einer fiktiven Postwachstumsgesellschaft entscheiden und handeln. Konkret geht es um eine landwirtschaftliche Produktionsgemeinschaft, die sich der Herausforderung des Klimawandels stellen und Maßnahmen ergreifen muss. Ziel ist es, den eigenen „Möglichkeits-Sinn“ zu schärfen und einen Eindruck zu bekommen, wie sich eine neue Gesellschaft anfühlen könnte.

Neue ökonomische Bildung – Lukas

Ein neues Denken über Wirtschaft scheint unabdingbar, wenn die ökonomische Krisenhaftigkeit moderner Gesellschaften mit all ihren Auswirkungen auf das soziale und mitweltliche Gefüge überwunden werden will. Die Radikalität und Tiefe dieses Umdenkens rührt nicht nur an den paradigmatischen Grundpfeilern der Volkwirtschaftslehre, sondern auch an kulturell geprägten Bildern von zentralen Kategorien wie ‚Wissenschaft‘, ‚Mensch‘ und ‚Natur‘. In meinem Forschungsprojekt möchte ich der Frage nachgehen, welche Anforderungen an die Ausgestaltung ökonomischer Bildung gestellt werden, wenn sie Lernende dazu befähigen soll, auf diesen Ebenen über Wirtschaft nachzudenken.

Kommunikations- und Gesellschaftsgestaltung im Bereich ethischer Investments – Simon

In einem Spannungsfeld zwischen Marketing und gesellschaftlichem Bildungsimpuls beschäftigt sich meine Forschungsfrage mit Kommunikation zur Gesellschaftsgestaltung. Konkret bin ich als Initiator an der Gründung einer Bürger-Aktiengesellschaft, die nach sozialen, ökologischen und unternehmerischen Kriterien in die Land- und Lebensmittelwirtschaft der Region Rheinland investiert, beteiligt (rw-rheinland.de). Dabei beschäftige ich mich während der Gründung mit der Frage: Welche Veranstaltungs- und Kommunikationsformen sind geeignet, um Menschen für eine regionale und ökologische Investition zu sensibilisieren und den Diskurs eines Kapitalverständnis zu Prägen?

Muster des Commoning – Silke

In meinem Forschungsprojekt geht es darum, den Designprinzipien für Commons-Institutionen nach Elinor Ostrom „Prinzipien des Commoning“ zur Seite zu stellen. Damit untersuche ich die Frage nach Prinzipien und erfolgreichen Handlungsmustern evolvierender, sich selbst organisierender sozialer Prozesse, um zu verstehen, wie sie im Sinne sozial-ökologischer Transformation reproduzierbar werden. Mich interessiert die Wirklichkeit des Commoning in der Welt und die Frage, woraus der Kern des Commoning hervortritt.

Bildung und Existenz – Johanna

In meinem Studium an der Kueser Akademie für Europäische Geistesgeschichte möchte ich mich mit der Frage nach Gemeinschaft und mit Bildung als deren Grundlage auseinandersetzen. Dazu scheint mir die Existenzphilosophie Heinrich Barths ein geeignetes Forschungsfeld zu sein, schließt sein Verständnis von Mensch-Sein doch ausdrücklich prozessuale, relationale und transzendentale Aspekte mit ein, ohne den Menschen seiner Verantwortung als Einzelwesen, das je und je sein Sein in Entscheidung zu vertreten hat, zu entheben. Bedeutsam ist hierbei, dass Heinrich Barth durch sein Verständnis der Existenz des Menschen nicht nur eine reichhaltige und bisher wenig erforschte anthropologische Grundlage für das Thema Bildung lieferte, sondern sich auch selbst explizit mit einem der großen Bildungsreformer auseinander gesetzt hat: Mit Heinrich Pestalozzi. Die Aufarbeitung der noch nicht veröffentlichten „Pestalozzi-Vorlesungen“ bildet den geeigneten Rahmen, um der Frage von Bildung und Existenz im Hinblick auf Gemeinschaftsprozesse nachzugehen.

Bildung zur Schönheit – Schönheit zur Bildung! – Aina

Für mich ist dieses Studium eine einzigartige Möglichkeit, Dimensionen der Philosophie zu erforschen, die mir während meines Bachelors immer gefehlt haben. Hier geht es nicht bloß um das platzieren und analysieren von Geistesrichtungen und Impulsen aus der distanzierten Haltung des unbeteiligten Beobachters, sondern um ein vertieftes Eintauchen: wie haben die deutschen Idealisten den Begriff „Bildung“ gedacht? Wie hat Schelling das Wesen der Freiheit verstanden? Was für Wirkungen haben Natur und Gemeinschaft auf einen Mensch, der Teil einer Künstlergemeinschaft ist? Beim untersuchen von diesen Fragen bin ich nicht bloß analytisch, sondern existenziell beteiligt; ich verbinde meine Gedanken und Erfahrungen mit den Inhalten, die große Denker in die Welt gesetzt haben. Und erst dadurch bekommt die Philosophie Bedeutung für mich: Als lebendiger, ergriffener Denkinhalt, der in der Welt gebraucht wird und durch mich in die Praxis gebracht werden kann.
Mein Forschungsprojekt nimmt seinen Ausgangspunkt bei zwei großen „Gedankenkünstlern“um 1800: Schiller und Schelling, die beide die Fähigkeit besaßen, ihre Gedanken so lebendig zu gestalten als wären sie Kunstwerke. Beide haben der Kunst eine wesentliche Rolle in der Bildung von Mensch und Gemeinschaft zugeteilt, und in meiner Forschungsarbeit werde ich ihren Begriff von Kunst anschauen und vergleichen.

Jakob

Das Studium an der Akademie für Europäische Geistesgeschichte ermöglicht mir, mich mit einer interdisziplinären Fragestellung auseinander zu setzen, die auch in meinem beruflichen Alltag als Chorleiter immer wieder auftaucht, aber bisher nie im Rahmen eines Forschungsprojektes bearbeitet werden konnte: Was geschieht, wenn Wort und Ton zusammen kommen? Die abendländische Musikgeschichte seit dem Gregorianischen Choral bietet mir da eine Fülle von Anschauungsmaterial. In einer Zusammenarbeit mit dem Göttinger Knabenchor und seinem Leiter habe ich die Möglichkeit anhand eines ausgewählten Textes (das Magnificat, Luk 1,46-55) eine Reihe solcher Wort-Ton-Verhältnisse in Konzerten und einer Präsentation zum Leben zu erwecken und das Mysterium des Zusammenwirkens dieser zwei urmenschlichen Ausdruckskräfte zu erforschen. Dabei spielt der ausgewählte Text eine tragende Rolle, handelt es sich doch um Maria, als das Urbild einer inneren Erkenntnis, welche die Seele selbst wandelt. Meine Forschungsfrage lautet demnach: welchen inneren Entwicklungsweg eröffnet dieses spezifische Zusammengehen von Magnificat (Wort) und einer jeweiligen Komposition (Ton) der singenden und lauschenden Seele?

Jonathan

Mein Forschungsprojekt beschäftigt sich mit einem zentralen Problem menschlichen Lebens anhand von Schillers „ästhetischen Briefen“:
Das philosophische Hauptwerk Friedrich Schillers ist die ästhetische Erziehung des Menschen (in einer Reihe von Briefen). Darin geht es im Hauptteil um das menschliche Problem, Denken und Handeln – Praxis und Theorie zusammenzubringen. Wir können uns einen guten Vorsatz theoretisch machen, die Frage der Umsetzung ist eine ganz andere …
Die Instanz im Menschen, die beides zusammenbringen kann, ist, nach Schiller, die Kunst, die Kultur oder das Spiel; alles drei als Bezeichnung für eine freie Handlung – also eine solche, die nicht notwendig aus Vorangegangenem folgt – was ihn zu der Aussage bringt: „der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt – und er spielt nur da, wo er ganz Mensch ist“ (Friedrich Schiller: die ästhetische Erziehung des Menschen (in einer Reihe von Briefen), 15. Brief).  Zwei Punkte sind in diesem Zusammenhang wichtig zu erwähnen:

  1. Die ästhetische Erziehung des Menschen ist eine Abhandlung über das Problem von Theorie und Praxis und kommt zu dem Ergebnis, das die Lösung in keinem von beidem alleine liegen kann. Es ist zu vermuten, dass diese Abhandlung auch in einer Form geschrieben ist, die gleichzeitig theoretsches Essay, wie praktisches Übungsbuch ist. Also das Werk: eine „ästhetische Erziehung“ des Lesers in einer Reihe von Briefen ist.
  2. Am Ende dieses Werkes macht Schiller die Aussage, dass diese Abhandlung nun der Versuch einer Verfassung für einen Staat gewesen sei. Um genau zu sein für einen ästhetischen Staat.
    Meine Forschungsarbeit beschäftigt sich mit der Frage, was Schiller als ästhetischen Staat bezeichnet und welche Funktion die von ihm verfasste Verfassung in einem solchen und für den Leser haben kann.

Hannes

Wie kann man sich von verschiedenen Seiten eine Sache annähern um so eine tiefere Einsicht in ein Thema zu bekommen? Verschiedene Denkpositionen – Weltanschauungen – sind bekannt aus der Philosophiegeschichte. Mich interessiert es zu untersuchen, wie man sich verschiedene Positionen erüben und sich so durch eine dynamische Bewegung ein vollständigeres Bild der Wirklichkeit zu eigen machen kann. Mein Versuch ist, dieses beispielwiese auf das Thema Leben an zu wenden: was ist das Verständnis von Leben aus dem Gesichtspunkt des Idealismus, Spiritualismus, Realismus und Materialismus?

Christoph

Carl Gustav Carus, ein Schüler Goethes, der sowohl an die Dichtungen wie auch an die naturwissenschaftlichen Forschungen desselben anknüpfte, reflektierte den Akt künstlerischen Schaffens auf zweierlei Weise: Zum einen leistete Carus einen wesentlichen Beitrag zum Genre der Landschaftsmalerei, zum anderen verarbeiten seine „Briefe über Landschaftsmalerei“ die gemachten Erfahrungen und bieten so den theoretischen und methodischen Hintergrund, aus dem sich hinsichtlich eines Wissenschaftsbegriffes „manches bilden“ lässt.
Die Aufarbeitung und Kontextualisierung dieser Ideen soll im Rahmen eines Forschungsprojektes geschehen, das damit gleichzeitig die Neuherausgabe der „Briefe über Landschaftsmalerei“ anstrebt.

Dimensionen des guten Lebens im Alter: Impulse für eine neue Finanzierung von Alterssicherung – Sarah

In meinem Master-Forschungsprojekt gehe ich der Frage nach, was gutes Leben im Alter heute bedeuten kann. Anhand von persönlichen Interviews mit WaldorflehrerInnen möchte ich die verschiedenen Dimensionen, die ein gutes Leben im Alter für sie ausmacht, herausarbeiten. Die Ergebnisse sollen anschließend in Form einer schriftlichen Dokumentation, sowie einem Vortrag ausgearbeitet werden und als mögliche Inspiration für neue Ansätze einer nachhaltigen Alterssicherung, die nicht primär von monetären Größen, sondern von realen Bedürfnissen ausgeht, dienen.

Wie formen wir Welt durch quantitative Repräsentationen von Welt? – Florian

Ich möchte erforschen, wie Bilder von Wirklichkeit, die wir aus Zahlen malen unsere Wahrnehmung von derselben formen und unser darauf basierendes Handeln wandeln. Um dieses Projekt voranzutreiben gehe ich viele Wege (Methoden). Einer ist die Auseinandersetzung mit organisiertem Rechnen, Bilanzierung, Controlling und algorithmischen Entscheidungen in Seminararbeiten, Vorträgen und Veröffentlichungen. Ein weiterer war die Organisation der Tagung „Geld als Denkform“ in der 12 ProfessorInnen mit Studierenden und Bürgern gemeinsam Erfahrungen aus Büchern und Erlebten reflektierten, um zu ergründen, wie die Geldverwendung unser Zusammenleben (mit-)formt. Gegenwärtig und mit Blick auf die Masterarbeit setze ich mich mit der Bedeutung von verschiedenen Zahlenbegriffen für die Erkenntnistheorie auseinander, bevor ich untersuche, wie Statistik und empirische Forschung auf Gesellschaft wirken.